- Klassische Musik
- Musik
Schiwowa und Lang
Schiwowa und Lang
Was macht mich als Künstler unverzichtbar für die Gesellschaft? Weshalb sollte die Gesellschaft mich finanziell und durch Konzertbesuche unterstützen? Was macht eine Frisörin unverzichtbar? Sind wir alle ersetzbar? Wer oder was gibt Kulturschaffenden und Frisörinnen die Berechtigung, ihren Beruf auszuüben? Für mich als Künstler stellt sich die Frage nach der Daseinsberechtigung. Wäre ich nicht da, würde ich meine Lieder nicht singen. Dann wäre es halt so. Ein paar Fans würden es einen Monat lang bedauern und gut ist. Ich muss mir die Daseinsberechtigung selber geben. Ich muss den Sinn in meinem Tun in mir selber finden. Und ich muss daran arbeiten, dass die Gesellschaft mich als Künstler und all meine Berufskolleginnen als systemrelevant erachtet. Nur so wird Kultur ihre Wichtigkeit und ihren Stellenwert behalten können. Die nackten Zahlen, die belegen, dass die durch den Besuch von Kultur entstehende Wertschöpfung die Investitionen der Kulturförderung bei weitem übersteigt, reichen nicht aus, um an der nächsten Abstimmung an der Urne zu bestehen. Individuelle emotionale Nähe zur Kultur ist das, was ein NEIN zu einem JA werden lässt. Ich als Künstler bin überzeugt, dass Musik ein Schlüssel zu sehr viel Gutem ist. Ich glaube, dass Kultur den Menschen erhebt und eine Gesellschaft empathischer, erfolgreicher und stabiler macht. Mit Julia Schiwowa möchte ich die emotionale Näher zur Kultur erlebbar und fassbar machen. Ich möchte das Publikum miteinbeziehen in einen künstlerischen Prozess, möchte es hören lassen, wie Musik die Kraft eines Wortes potenziert.
«Schiwowa und Lang» ist ein Konzertabend mit Sololiedern, mit einem partizipativen Teil, mit einem Improvisationsteil und einem Künstlergespräch.